Wie finde ich einen guten Trainer

Nov 16

Woher sollen wir beurteilen, ob der Trainer/In, den wir in die engere Wahl gezogen haben, auch wirklich was taugt?

 
Gibt es Kriterien, nachdem wir den passenden Trainer für uns finden?
Ja, die gibt es und hier hab ich die 7 wichtigsten Punkte für dich zusammengefasst:

#1: Lass dich nicht von glitzernden Webseiten blenden

Eine klar gestaltete Seite ist für die Positionierung im Markt sehr wichtig. Keine Frage.
Einige Profis beherzigen diese Regel und heben sich positiv von der Masse der Anbieter ab. Aber Achtung:
 
Es gibt super professionelle Seiten, hinter denen sich selbsternannte Experten verbergen können, die sich auf Wochenendkursen ein gefährliches Halbwissen angeeignet haben und damit auf die Menschheit und Tierwelt losgehen.
Genauso häufig gibt es sehr kompetente Trainer, deren chaotische und scheinbar lieblos gestaltete Seiten nicht im Entferntesten auf den wahren Wert dahinter schließen ließen.
Und dann gibt es Trainer, in der Regel die Älteren, die weder eine Seite haben, noch Teil eines sozialen Netzwerks sind.

#2: Lies Webseiten mit anderen Augen

Du solltest beim Lesen einer Internetseite nach kurzer Zeit wissen, worum es geht, welche Philosophie der Anbieter hat und über welche Erfahrung er verfügt.
 
Sei vorsichtig, wenn jemand behauptet:…“ich habe mit Toptrainer XY gearbeitet…“ Dahinter könnte sich folgendes verstecken: „ ich war Teilnehmer oder Zuschauer bei einem oder mehrerer Wochenendkurse von Trainer XY.
 
Es ist in den letzten Jahren in Mode gekommen sich mit namhaften, teilweise schon verstorbenen Trainern zu schmücken und somit den Eindruck zu erwecken man gehöre selbst zu den ganz Großen. Das ist für mich genauso hanebüchen wie sich für ein schnelles Facebook Post mit seinem Guru ablichten zu lassen und wohlmöglich mit seinem Autogramm zu prahlen.
 
Wer behauptet er hätte mit namhaften Größen der Pferdeszene gearbeitet, sollte einen längeren Zeitraum auch tatsächlich dort gearbeitet haben, und damit meine ich nicht als Stallbursche oder Groom.

#3: Verlass dich auf dein Bauchgefühl

In der Regel wissen wir schon nach den ersten Sekunden, ob der Anbieter, den wir uns gerade anschauen zu uns passt.
 
Manche nennen es Intuition, andere Bauchgefühl oder innere Stimme. Wenn du diesem Gefühl folgst, bist du fast immer auf der sicheren Seite.
Unsere Intuition weiß Dinge, ohne sie wirklich zu wissen und das innerhalb kürzester Zeit. Wir können uns also ein mühsames Abwägen der Fakten ruhig sparen, denn am Ende werden wir sehr wahrscheinlich zu dem gleichen Ergebnis kommen.

#4: Frag andere Profis

Es ist immer sinnvoll andere Experten zu fragen und sich nicht blind der Meinung der Masse anzuschließen.
 
Wenn du einen Profi kennst, den du bewunderst, der aber zu weit von dir entfernt ist, frag ihn oder sie nach gleichgesinnten Kollegen.
Ich habe es oft erlebt, dass die meisten Trainer sehr aufgeschlossen sind und gerne Auskunft geben. Je professioneller sie sind, umso weniger Probleme haben sie in der Regel andere zu empfehlen.
 
Hast du einen Trainer gefunden, google was das Zeug hält und suche nach Querverweisen, Artikeln und Feedbacks. Ganz wichtig: Geh auf Youtube und schau dir Videos an. Dort bekommst du in der Regel den besten Eindruck.

#5: Beobachte den Trainer bei der Arbeit

Dies ist wohl der beste Tipp, den ich dir geben kann. Wenn du einen Trainer in die engere Wahl geschlossen hast, besuch ihn und beobachte ihn bei der täglichen Arbeit mit Pferden und Kunden.
 
Wie geht der Trainer mit den Tieren um, wie reagiert er, wenn sich ein Problem anbahnt? Hat er ein Gefühl für das richtige Timing, d.h. hört er an einem guten Punkt auf oder wiederholt er ein und die selbe Aufgabe? Wie ist seine Art zu unterrichten? Geht er auf die Bedürfnisse und Befindlichkeiten seiner Schüler ein oder macht er Dienst nach Vorschrift?
 
Ein besonders guter Ort sich über die Lehrfähigkeiten potentieller Trainer zu informieren, sind Kurse. In den meisten Fällen können Zuschauer manchmal gegen eine kleine Gebühr zuschauen und sogar Fragen stellen.
Wenn du einen Trainer für den Wettkampf suchst, geh auf Turniere und beobachte deine Favoriten genau auf dem Arbeitsplatz und wie er seine Schützlinge vor dem großen Auftritt coacht. Unter Stress zeigt sich die wahre Qualität der Trainer.

#6: Nimm eine Probestunde

Wenn dir ein Trainer gefällt, vereinbare eine Probestunde. Du solltest nicht darauf bestehen sie umsonst zu bekommen, denn dein Trainer lebt davon und kann sich nicht erlauben durch die Gegend zu fahren und permanent kostenlosen Unterricht anzubieten. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass sich der Wert des Trainers auch in seinem Honorar widerspiegeln sollte.
 
Wenn du deiner inneren Stimme vertraust, wirst du nach den ersten paar Minuten wissen, ob die Chemie zwischen dir und deinem Trainer stimmt. Verlass dich darauf.
 
Stell dem Trainer Fragen und gib dich nicht mit 08/15 Antworten zufrieden. Hake nach. Du willst einen kompetenten Partner, der dich professionell begleitet aber gleichzeitig keinen Ego Trip fährt. Auch solltest du darauf achten, dass er dich nicht mit inhaltslosem Geschwafel einlullt. Davon gibt’s mittlerweile sehr viele.
 
Ein weiteres Indiz für die Qualität Ihres Trainers ist dein Fortschritt und der deines Pferdes. Ich bin sogar der Auffassung, dass du innerhalb der ersten Stunde deutliche Verbesserungen feststellen solltest.
 
Ein guter Trainer weiß sofort worauf er seinen Schwerpunkt legen muss, um dir und deinem Pferd effektiv zu helfen.
 
Wenn er sich auf dein Pferd setzt, sollte er dich vorher fragen, ob das für dich okay ist. Lass ihn erst drauf, wenn du das Gefühl hast, das er gewaltfrei arbeitet.
Das Vorreiten sollte dein Trainer nicht dazu nutzen dich in ein schlechtes Licht zu stellen oder dein Pferd zu drangsalieren. Wenn dies der Fall sein sollte, beende die Stunde sofort!

#7: Mach ein Praktikum

Der beste Tipp zum Schluss. Wenn du die Möglichkeit hast eine Weile mit dem, bzw. der Trainerin deiner Wahl Zeit zu verbringen, nutze das. Bekomm ein Gefühl für seine Arbeit und tauch ein in den Alltag.
 
Stell Fragen und beobachte viel. Wenn du dir einen Trainer ausgesucht hast, der keinen eigenen Stall hat, sondern nur durch die Gegend fährt, frag ihn, ob du ihn bei seinen Terminen begleiten darfst. Dabei solltest du nicht den Fehler machen dich in die Kundengespräche einzumischen, es sei denn du wirst gefragt.
 
Es lohnt sich auf jeden Fall ein wenig Mühe und Zeit in die Trainersuche zu investieren und es kann sogar passieren, dass du am Ende einen neuen Favoriten hast, der zuvor überhaupt nicht auf deiner Liste war. Lass dich überraschen und sei offen für die Veränderungen, die sich dir bieten.
Ich wünsche dir bei deiner TrainerIn Suche viel Erfolg und Spaß.
 
Wenn du dich für mein Training interessierst, schau dir mein Angebot an.
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Über Michaela Koelbl

In über 20 Jahren Arbeit mit den unterschiedlichsten Pferden und Menschen im In-und Ausland konnte sie eine Trainings-Philosophie entwickeln, die Rittigkeitsprobleme, Verhaltensauffälligkeiten, sowie Verladeprobleme von Sport-und Freizeitpferden gewaltfrei und effektiv löst.

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