Warum ein guter Lehrer nicht immer alles korrigieren sollte

Dez 08

Es ist aus unterschiedlichen Gründen oft besser Manches zu ignorieren, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Respekt.

Vor ein paar Jahren rief mich eine Frau an und bat mich ihrer Tochter Lena im Umgang mit ihrem Pony zu helfen. Es gab offenbar Probleme am Boden und unter dem Sattel.

Die junge Dame, um die es ging, war vielleicht zwölf oder dreizehn Jahre und ich bat sie erstmal alles so zu machen wie immer. Ich stand an der Bande und schaute ihr nur zu. Ihre Mutter wich mir nicht von der Seite. Als ich in die Mitte des Reitplatzes ging, folgte sie mir, weil sie nichts verpassen wollte. Ich ließ sie gewähren.

Für eine kurze Weile beobachtete ich einfach nur die Szene. Es war offensichtlich, dass das Pony sehr klemmig lief und Lena alle Mühe hatte es vorwärts zu schicken. Irgendwann drehte sich die Mutter zu mir um und fragte mich ungeduldig, ohne dass ihre Tochter sie hören konnte:

“Warum sagst du denn nichts? Siehst du denn nicht, dass sie die Absätze immer hochzieht und die Hände so unruhig hält? Schau doch mal… das Pony geht ja gar nicht vorwärts.. ”

Ohne sie anzusehen, sagte ich nur, “Ich sehe noch viel mehr, aber darum geht es nicht.”

Worum es wirklich geht

Es ging nicht um “Absätze tief” und “Hände ruhig”, sondern um etwas ganz anderes und das hatte mit dem, was so offensichtlich war, nichts zu tun. Der Grund für die unruhigen Hände, die hochgezogenen Hacken und das schwerfällige Laufen des Ponies hatte primär mit der psychischen Verspannung der Tochter zu tun und die stand meiner Meinung nach im direkten Zusammenhang mit der Überpräsenz ihrer Mutter.

Wenn Lena anfangen würde sich zu entspannen, würde auch das Pony wieder laufen. Und so war es auch. Nachdem ich die Mutter bat hinter die Bande zu gehen und mich mit ihrer Tochter alleine zu lassen, lösten sich sehr schnell die Blockaden und mit jedem Meter wurden Lenas Beine länger und ihre Hände ruhiger. Ich glaube ich muss nicht erwähnen, dass ihr Pony nun frei vorwärts lief und Lena ein fettes Lachen ins Gesicht zauberte.

Die großen Dinge passieren meist, wenn der Druck weg ist, und auch wenn ich es schon gefühlt tausend mal gesagte habe, es ist wie mit den Pferden…

Wenn du ihnen das gibst, was sie wirklich brauchen, geben sie dir das, was du dir wünschst.

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Über Michaela Koelbl

In über 20 Jahren Arbeit mit den unterschiedlichsten Pferden und Menschen im In-und Ausland konnte sie eine Trainings-Philosophie entwickeln, die Rittigkeitsprobleme, Verhaltensauffälligkeiten, sowie Verladeprobleme von Sport-und Freizeitpferden gewaltfrei und effektiv löst.

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